Zum Paradies. Akt II
Ausgehend von Prinz Wilhelm von Nassaus Paradies-Zitat versteht Zum Paradies. Akt II das Paradies nicht als realen Ort, sondern als Projektionsfläche menschlicher Sehnsucht nach Rückzug, Kontrolle und Schönheit in einer überreizten Gegenwart.
Der Garten dient dabei als Denkraum, in dem sich Utopie und Eskapismus, Natur und Konstruktion überlagern. Historisch nie unschuldig, erscheint er zugleich als Schutzraum und politische Fläche, als Ort von Pflege, Ausschluss und neuer ökologischer Verbundenheit im Anthropozän. Das heutige Paradies zeigt sich zunehmend synthetisch, geprägt von Digitalität, Selbstoptimierung und chemischen Ersatzwelten. Die Ausstellung liest diesen Zustand als Symptom unserer Zeit und verwandelt den Garten der Villa Schöningen in ein Terrain zwischen Rausch und Erschöpfung, Schönheit und Verfall.